Französischer Herbst          von Benjamin Seiffert

Tag 1

Bereits Anfang Oktober machte ich mich auf den Weg nach Frankreich. Schon auf der langen Fahrt ins gelobte Land der Karpfenangler war ich voller Euphorie und Vorfreude. Das Wetter , sollte laut Vorhersage mir absolut in die Karten spielen. Wind, Regen und Tiefdruck waren im Anmarsch und sorgten für Motivation bis in die Haarspitzen. Nach langer Reise voller Aufregung kam ich dann endlich am Gewässer meiner Wahl an. In rasender Geschwindigkeit stand das Camp und nur noch die Ruten mussten strategisch verteilt werden. Ich entschied mich erst einmal für relativ wenig Futter. Mit einer Kombination aus EasyFish 2.0, GLM und dem Red Squid Boilie bereitete ich die Spots vor. Die erste Nacht konnte kommen . Ich saß noch eine Zeit gemütlich vor meinem Zelt, trank einen guten Tropfen Wein und hoffte auf die erste Aktion der ersten Nacht. Doch erst Gegen 8 Uhr morgens bekam ich dann den ersehnten ersten Lauf. Nach einem kurzen aber heftigen Drill , konnte ich den ersten Fisch meiner Tour landen. Es war ein gut genährter Spiegler und ich war überglücklich darüber ! Der Fisch fiel auf einen GLM Stone Hooker Dumbell herein. Nicht selten habe ich erlebt , dass eine andere Form des Köders oder der Härtegrad den Unterschied machen können. Das war wieder einmal eine Bestätigung dafür.

Tag 2 Der Herbst kommt

Nach dem Fisch startete ich mit einer guten Tasse Kaffee in den Tag. Die anderen Ruten die kein Fisch bis dato brachten kontrollierte ich und beköderte sie neu. Leider blieb dies erstmal ohne Erfolg. Die Bissanzeiger schwiegen und es gab keinerlei Aktivität der Fische. Am nächsten Morgen machte sich schon etwas Ernüchterung breit. Am Vormittag kam dann der angekündigte Regen gefolgt vom Sturm. Normalerweise super Bedingungen und ich hoffte das der auffrischende Wind die Fische in Beißlaune versetzt. Als ich im Zelt saß und mir neue Rigs vorbereitete und der Regen auf das Zelt prasselte meldete sich eine Rute von mir. Aus ein paar Piepser wurde dann ein Dauerton. Kurze Zeit später stand ich mit der Rute in der Hand am Ufer. Der Drill lief ohne Probleme und ich konnte den nächsten Fisch fangen. „Na endlich“ dachte ich mir. In diesem Fall fiel der Schuppi auf einen 16mm Red Squid mit einer Tigernuss on top. Ich versorgte den Fisch schnell und ließ ihn wieder in die Freiheit. Ein paar Minuten Später läutete die nächste Rute. Nun waren die Fische am Platz und es fing an zu laufen. Auch dieser Fisch fand den Weg auf meine Matte. Dieses mal war es ein Spiegler.

Der Herbst ist da !

Jetzt kam endlich richtig Bewegung in die Sache. Am Nachmittag konnte ich dann noch 2 weitere Fische fangen jedoch wurden sie kleiner. Dementsprechend entschied ich mich, abends zum einen die Futtermenge anzuheben und den Durchmesser der Hakenköder zu erhöhen. Ich wechselte 3 Ruten auf 24/28mm Bodenköder in der Hoffnung selektieren zu können. Die Köder soakte ich mit ordentlich GLM Liquid. Im Morgengrauen bekam ich dann einen kurzen aber heftigen Biss. Der Fisch schwamm ins Kraut und machte sich fest. Ich konnte den Fisch glücklicher Weise nach ein paar Minuten aus dem Hinderniss befreien und der goldene Schuppenkarpfen glitt in den Kescher.

Noch 24 Stunden

Die Futtertaktik zu erhöhen ging langsam auf. Ich hatte nun noch etwa 24 Stunden Zeit um noch den ein oder anderen Fisch zu fangen. Am Nachmittag nahm der Regen nochmals kräftig zu und ein Regenschauer folgte dem nächsten. Jede Windböe wurde stärker und gab mir das Gefühl von Fangwetter!! Ich war mir eigentlich relativ sicher , das noch was läuft. Den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht , Biss! Wie aus heiterem Himmel lief eine meiner Ruten. Natürlich im größten und heftigsten Regen , wann auch sonst. Schnell die Wathose an, Regenjacke übergeworfen und ab zur Rute. Ich merkte gleich bei der Aufnahme der Rute einen guten Widerstand am anderen Ende der Schnur. Der Fisch stand gut in den Wellen und machte sich schwer. Kurz vor dem Ufer war er fest. „Das gibt es doch garnicht“ dachte ich mir und fluchte schon innerlich. Es gab ein leichtes ruckeln in der Schnur. Ich bangte jede Sekunde und hoffte irgendwie die Schnur frei zu bekommen und da gab es auf einmal den Ruck. Er war wieder frei! Ich konnte den Fisch nun die letzten Meter frei drillen und ihn dann abschöpfen. Ein lauter Schrei hallte über den See. JAAA! Ein absolut uriger Schuppenkarpfen lag vor mir auf der Matte und ich war glücklich.

Und es kommt noch besser !

Nach diesem Fang öffnete ich mir ein gutes Kronebourg und genoss den letzten Abend. Ich wusste wie launisch dieser See sein kann, genau aus diesem Grund war ich mehr als zufrieden. Nun war er da, der letzte Morgen. Als ich gerade dabei war mein Tackle im Zelt zusammen zu räumen gab es ein paar vereinzelte Pieper an einer Rute. Ich dachte mir nichts dabei und packte weiter mein Tackle , draußen stürmte es immer noch. Ein paar Minuten später gab die Rute wieder ein paar Töne von sich. Ich ging raus und schaute nach. Die Spitze der Rute war schon krumm und die Schnur ähnelte einer Gitarren´´ite. Ich nahm die Rute auf und wieder war sie fest. „Nicht schon wieder“ dachte ich mir. Doch dann begann sich das Hindernis zu bewegen. Meine Nash Pursuit war durchgebogen bis ins Handteil und ich pumpte den Fisch ans Ufer. Außer ein massives Gewicht spürte ich rein gar nichts. Doch dann kurz vor dem Ufer explodierte der Fisch und zog Meter für Meter von der Rolle. Der Drill dauerte nach dieser Flucht eine gefühlte Ewigkeit und schließlich konnte ich auch diesen Fisch sicher landen. Als ich in den Kescher sah, konnte ich es kaum fassen. Was für ein Brett!! Ich hätte vor Freude tanzen können und war total aus dem Häus’chen. Dem Fisch wurde ein White Banana Boilie mit Pineapple Popup zum Verhängnis , den ich auf einem Teppich aus GLM Boilies anbot. Solch visuelle Reize können auch manchmal der Schlüssel zum Erfolg sein. Mit vollster Zufriedenheit packte ich den Rest zusammen und fuhr nach Hause. Was für eine Tour mit dicken Ende!

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